Pressemeldungen / press reports    
<<<

Oscar-Nominierung für WDR/ARTE-Film "Darwin's Nightmare"

31.01.2006 WDR Westdeutscher Rundfunk

Köln (ots) - Die WDR/ARTE-Produktion "Darwin's Nightmare" von Hubert Sauper ist für den Dokumentarfilm-Oscar 2006 nominiert worden. Dies gab die Academy of Motion Picture Arts and Sciences heute in Los Angeles bekannt. Der Film wurde mit vier weiteren Produktionen ausgewählt. Die französisch- österreichisch-belgische Koproduktion mit der redaktionellen Federführung von WDR/ARTE (Redaktion Sabine Rollberg) zeigt die furchtbaren Folgen der Globalisierung in Afrika auf.

In den 60er Jahren wurde der Viktoriabarsch zu Versuchszwecken in den Viktoria-See ausgesetzt. Binnen kurzer Zeit verdrängte er alle einheimischen Fischarten und wird heute als Exportschlager in alle Welt verkauft - nicht selten gegen Waffenlieferungen, die in dieser Region bereits Millionen Menschen das Leben kosteten. Ausgehend vom Siegeszug eines Fisches und der Tragödie im Herzen Afrikas geht "Darwin's Nightmare" der Frage nach, ob auch der weltweite Kampf um Ressourcen dazu führt, dass nur der "Stärkere" überleben kann. Der 107-minütige Film dokumentiert aber nicht nur die schockierende, brutale Realität Afrikas. Vielmehr stellt er einfühlsam die Menschen in den Vordergrund, die Teil dieser Realität sind und die sich mit ihr arrangieren müssen. Dafür hat sich der Autor Hubert Sauper über dreieinhalb Jahre lang auf eine eindringliche Reise durch mehrere afrikanische Länder begeben.

Die Gewinner der weltweit bedeutendsten Filmauszeichnung werden am 5. März 2006 bekan-ntgegeben.

Für "Darwin's Nightmare" ist die Oscar-Nominierung der Höhepunkt einer Reihe hochkarätiger Auszeichnungen. 2004 war der Film unter anderem bester europäischer Dokumentarfilm und Preisträger in Venedig und Wien, 2005 folgten weitere renommierte Preise, zum Beispiel bei Festivals in Silver Spring, Chicago, Tel Aviv, Thessaloniki, Angers und Mexiko.



Grüne-Wien/Ringler: Gratulation zur Oscar-Nominierung von "Darwin’s Nightmare"


"Eindrückliche Schilderung von Ausbeutungsverhältnissen"

Wien (OTS) - "Gratulation zu diesem tollen Erfolg. Mit einem kritischen und politisch so engagierten Film nicht nur Erfolg bei den Zuschauern zu haben, sondern auch bei der Oscar-Jury zu punkten, ist einfach toll", freut sich die Kultursprecherin der Grünen-Wien, Marie Ringler, über die Nominierung von "Darwin’s Nightmare" für den Oscar in der Kategorie Dokumentarfilm".

Ringler: "Wer den Film gesehen hat, weiss wie eindrücklich die Ausbeutungsverhältnisse von Nord und Süd und Armut geschildert werden."



Großer Erfolg für den österreichischen Regisseur Hubert Sauper:

Sein Dokumentarfilm "Darwin's Nightmare" erhielt am Samstagabend in Paris den renommierten französischen Filmpreis "Cesar" für den besten Debutfilm. Der große Sieger des Abends: Das Drama "Der wilde Schlag meines Herzens" von Jacques Audiard, das insgesamt acht Auszeichnungen erhielt. Michael Haneke ging mit seinem Film "Cache" bei der Verleihung des "französischen Oscars" hingegen leer aus.

Für "Darwin's Nightmare" recherchierte Sauper am Beispiel der Fischindustrie rund um den Viktoriasee die komplexen Zusammenhänge zwischen Globalisierung, Waffenhandel und der Verelendung Afrikas. Sauper, der seinen Preis persönlich entgegennahm, widmete die Auszeichnung, getreu dem sozialkritischen Thema seines Filmes, demjenigen Unbekannten, "der irgendwo am Ende der Welt das Metall geschürft hat, aus dem diese Auszeichnung hergestellt wurde".

Die Ehren-Cesars gingen an den französischen Schauspieler Pierre Richard und den englischen Leinwandstar Hugh Grant. "In meinem eigenen Land gewinne ich nicht viel Preise. Vielen Dank an Frankreich", sagte Grant auf Französisch. Der Filmpreis Cesar gilt als Gegenstück zum amerikanischen Oscar.

Paris (APA/dpa/AFP)



Oscar-Chance für Tiroler

Ein Österreicher punktet in Hollywood: "Darwin's Nightmare" von Regisseur Hubert Sauper ist für den Dokumentarfilm-Oscar nominiert.

"Mein Eltern freuen sich", scherzt Hubert Sauper gegenüber dem KURIER, nachdem er von der Oscar-Nominierung seines Dokumentar-Filmes "Darwin’s Nightmare" erfahren hat: "Ich habe gehört, dass mein Vater Interviews gibt." Aber nicht nur die Familie ist begeistert, auch Sauper selbst muss zugeben, dass er sich "wahnsinnig freut": "Es ist eine tiefe innere Genugtuung für mich, dass durch meinen Film Menschen eine Stimme bekommen, die sonst einfach keine haben."

Barsch

Bei jenen Menschen handelt es sich um die Bewohner einer Kleinstadt in Tansania, in deren Lebenszentrum ein fetter Fisch, der Viktoria-Barsch, steht. Während die Fisch-Filets nach Europa auf die Gourmet-Teller wandern, ernährt sich die verarmte Bevölkerung von madigen Fischköpfen. Und stirbt an AIDS. "Der Fisch ist für mich ein roter Faden, anhand dessen ich erzählen kann, was ich in der Welt sehe", sagt Sauper. Und das ist: "Die Menschheit ist krank. Und jetzt wird’s ernst."

So erklärt er sich auch den Erfolg seiner Arbeit, in der das Verhältnis der Industrienationen zu Afrika in seiner grausamen Logik dargestellt wird: "Die Zeit ist reif für Themen, die uns alle angehen." Für den 1966 in Tirol geborenen und in Kärnten aufgewachsenen Filmemacher, der seit zehn Jahren in Paris lebt, bedeuten Auszeichnungen vor allem eines: Die Möglichkeit, weiter zu arbeiten. Und die ist längst garantiert, denn "Darwin’s Nightmare" hat bislang zwanzig Preise eingeheimst: "Ich habe mir einen kleinen Flieger gekauft, mit dem ich auf jedem Fußballplatz landen kann", erzählt Sauper. "Mit dem mach ich eine lange Erkundungsreise und überlege mir, wo der nächste Film stattfinden könnte." Mehr lässt er sich über sein nächstes Projekt nicht herauslocken: "Das wäre zu gefährlich. Ich möchte nicht riskieren, dass man mir im Vorfeld Hindernisse in den Weg legt."

31.01.2006 | KURIER Printausgabe


Pinguine verhindern Österreich-Oscar

www.diepresse.com

Im Rennen um den Oscar für den besten Dokumentarfilm haben sich die Pinguine gegen die Victoria-Barsche durchgesetzt: "Die Reise der Pinguine" der Franzosen Luc Jacquet und Yves Darondeau gewann die Auszeichnung und setzte sich damit u.a. gegen den Film "Darwin's Nightmare" des Österreichers Hubert Sauper durch. In der Vorwoche hatte Sauper bei den Cesars, den "französischen Oscars", noch die Nase vorn gehabt. Jacquet widmete seinen Naturfilm "allen Kindern dieser Welt".

Barbara Albert, eine der coop99-Produzent/inn/en des Films "Darwin's Nightmare", verfolgte die Oscar-Gala heute Nacht im Wiener Metro-Kino. In einer ersten Reaktion gegenüber der APA meinte sie: "Es wäre falsch, jetzt enttäuscht zu sein. Man darf nicht mit einem Oscar rechnen. Ich sehe das nicht als Misserfolg, auch wenn ich mich sehr gefreut hätte für Hubert Sauper und Sandor Rieder", so die österreichische Regisseurin, die sich kürzlich als Koproduzentin in Berlin über einen Goldenen Bären für den Streifen "Grbavica" von Jasmila Zbanic freuen durfte, "Wir wissen, wie viele tolle Filme es gibt. Es ist schon toll, nominiert zu sein." (Ag.)

06.03.2006


Wiener feierten Oscar-Nacht
Das Metro-Kino war Sonntagnacht brechend voll. Nur kurz machte sich Enttäuschung breit, als bekannt wurde, dass Hubert Sauper keinen Oscar gewonnen hat. Dann wurde aber mit einer Oscar-Torte bis in die Morgenstunden gefeiert.


Leider kein Oscar für "Darwins Nightmare"
"Darwins Nightmare", der Film von Hubert Sauper war für den Dokumentar-Oscar nominiert. Er musste sich aber gegen "Die Reise der Pinguine" geschlagen geben.

Als kurz vor halb vier der Gewinner des Dokumentarfilm-Oscars verkündet wurde, hielten die Besucher im Metro-Kino eine Schrecksekunde lang enttäuscht den Atem an.

Mit süßer Torte aus dem Stimmungstief
Doch eine mit Sprühkerzen und einer goldenen Oscar-Statue verzierte Schoko-Trüffeltorte von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) rettete das Publikum aus dem Stimmungstief. Der Stadtrat gratulierte der Crew zur Nominierung, die in jedem Fall ein großer Erfolg sei.


Großer Andrang im Metro-Kino
Schon die 19.00 Uhr-Vorstellung von "Darwin's Nightmare" war fast ausverkauft, nach der Vorführung der ebenfalls Oscar-nominierten Streifen "Transamerica" (ab 16.3. regulär im Kino) und "Good Night, and Good Luck" war im Metro Kino auch das Foyer gerammelt voll, wo man die Live-Übertragung der Preisverleihung parallel zur Saal-Leinwand auf Video-Bildschirmen verfolgen konnte.


Preisverleihung in der Früh
Gegen Ende der Veranstaltung verfolgte mancher Filmfan das Geschehen dann zwar schon im Halbschlaf, doch das Ausharren bis halb sieben Uhr in der Früh wurde belohnt. Bei der Preisverleihung für die rund 300 Teilnehmer an den Oscar-Wetten wurden Preise von Flugreisen nach Berlin bis zu einer von Jane Birkin signierten goldenen Viennale-Tasche verteilt.

orf.at


Sauper: "Wollte politisches Statement abgeben"
Enttäuscht sei er nicht, versicherte der in Paris lebende österreichische Filmemacher Hubert Sauper, dessen „Darwins’s Nightmare“ heute nicht den Dokumentarfilm-Oscar an Land ziehen konnte, in einer ersten Reaktion gegenüber der APA. „Für mich war es nie das höchste der Gefühle. Ich habe mit dem Film bereits 25 Auszeichnungen bekommen und brauche das nicht mehr wirklich.“ Sein persönliches Resümee der Gala: „Es gibt eben auch viele unpolitische Leute in Hollywood.“

Sauper wollte Akztent auf unpolitischer Veranstaltung setzen
In der insgesamt sehr unpolitischen Veranstaltung hätte er gerne einen Akzent gesetzt, schilderte Sauper: „Nervös war ich nur deshalb, weil ich die Gelegenheit ergreifen wollte, vor einem Publikum von 500 Millionen Menschen ein politisches Statement abzugeben. Das war meine Hoffnung. Ich hätte in meiner Dankesrede sicher nicht meine Mama gegrüßt. Das wäre richtig hart geworden.“

"Darwin" verlor gegen die "Pinguine"
Bei den französischen Filmpreisen, den „Cesars“, hatte sich „Darwins’s Nightmare“ noch gegen „Die Reise der Pinguine“ durchgesetzt, in Hollywood war es umgekehrt. „In Europa wählen eben andere Leute, Menschen, die sich vielleicht mehr mit den Filmen auseinander setzen“, meinte Sauper, „Ich weiß auch nicht, wie hier das Lobbying passiert.“ Die Begeisterung konservativer US-Kreise für den Film sei von den Regisseuren von „Die Reise der Pinguine“ keineswegs beabsichtigt gewesen: „Das ist denen passiert. Diese Filmemacher haben überhaupt keinen politischen Anspruch.“

„Ich war schon knapp vor dem Brechreiz"
Als „ein Spektakel, ganz Hollywood-mäßig eben“, schildert der 39-jährige Tiroler die Gala. „Ich war schon knapp vor dem Brechreiz, als ich mit einer Riesen-Limousine vom Hotel abgeholt wurde.“ Dagegen habe er sich jedoch nicht wehren können: „Es hieß, das sei als Vorsichtsmaßnahme vor Terror-Anschlägen notwendig“, schilderte Sauper im Telefonat direkt vom „Governors Ball“ im Anschluss an die Preisverleihung. „In den USA sind die Oscars natürlich in der Filmbranche das höchste. Mit ihnen ist man gesellschaftlich anerkannt, aber sie sind vor allem für die wichtig, die sich viele Millionen Dollar von der US-Filmindustrie erhoffen. Das brauche ich alles nicht. Ich habe mich immer in anderen Kategorien bewegt. Diese ganzen Preisverleihungen gehen mir ohnedies schon auf die Nerven. Wichtig ist, dass ich jetzt endlich an meinen nächsten Film denken kann.“
@ apa/nachrichten.at

OÖ-Nachrichten vom 06.03.2006





Barbara Albert: "Sehe das nicht als Misserfolg"


Co-Produzentin von "Darwin's Nightmare" ist nicht enttäuscht

Wien - Barbara Albert, eine der coop99-Produzent/inn/en des Films "Darwin's Nightmare", verfolgte die Oscar-Gala heute Nacht im Wiener Metro-Kino. In einer ersten Reaktion gegenüber der APA meinte sie: "Es wäre falsch, jetzt enttäuscht zu sein. Man darf nicht mit einem Oscar rechnen. Ich sehe das nicht als Misserfolg, auch wenn ich mich sehr gefreut hätte für Hubert Sauper und Sandor Rieder", so die österreichische Regisseurin, die sich kürzlich als Koproduzentin in Berlin über einen Goldenen Bären für den Streifen "Grbavica" von Jasmila Zbanic freuen durfte, "Wir wissen, wie viele tolle Filme es gibt. Es ist schon toll, nominiert zu sein."

APA